Unmöglich ist nur im Kopf möglich!

Arduum res gestas scribere

Mühselig ist es Geschichte zu schreiben wusste bereits der römische Geschichtsschreiber Sallust (86 – 35 v. Chr.).

 

Geschichte entsteht aus dem Geschehen. Geschehen wird nachträglich zur Geschichte gedeutet und gerafft. Sie ist gedeutetes Geschehen – ansonsten müsste es eine tatsächliche Rückführung zu Ort und Zeit des Geschehens geben. Oft wollen wir mit Hilfe solcher deutender Geschichtsbilder vom Geschehen das Geschichtswürdige vom Geschichtsunwürdigen trennen, möglicherweise Geschehendes ungeschehen machen. Wir meinen dann zu mancher Tat, sie sei zwar geschehen, aber sie gehöre nicht zur Geschichte, weil sie nicht in unsere Deutung, nicht in diese unsere Geschichte vom Geschehenen passe – bei der Geschichte der Hypnose ist das nicht anders 😉

Geschichte sollte nach dem Allgemeinsinn ja objektiv auf Daten und Fakten beruhen und nicht eine subjektive Interpretation sein. Leider ist dies möglicherweise niemals der Fall. Generell ist es bei geschichtlichen Dokumentationen wie bei den Göttern: Sie werden von den Menschen erschaffen. Sie haben recht: In der Bibel steht das Gott die Menschen erschaffen hat 😉

Die Geschichte als Bild und Vorstellung vom Geschehen hilft uns auch, zukünftiges Handeln zu orientieren. 

Geschichte muss erzählt werden, und Erzähler setzten Akzente, wählen aus, fassen zusammen. Das „Wie“ der Erzählung liegt in der Verantwortung der Erzähler. Denn nur das Geschehen selber ist vollständig, eben deshalb kann es nicht erzählt werden. Geschichte ist immer Perspektive auf Geschehen, nie das Geschehen selbst. Geschichte besteht letztendlich immer nur aus Sprache. Geschehen aus unendlich viel mehr. (Dass die NLPler mich auch verstehen: Die Landkarte ist nicht das Gebiet). Daher erhebe ich weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf die Richtigkeit.

Schon unsere ersten Geschichten, die wir uns erzählten, veranschaulichen diese subjektive Haltung. Unsere Abstammungsmythen führen den Ursprung der eigenen Lebensgruppe in der Regel auf Götter zurück, die immer nur die eigene Gruppe unter Ausschluss der anderen gestiftet haben! Die anderen, fremden, übrigen Menschen gehören als Fremde nicht zu diesem Schöpfungsvorgang. Sie sind die Barbaren, wie die Griechen alle Nicht-Griechen nannten, also jene, deren Sprache ihnen bloß Gekrächzt (bar-bar) war. Die Geschichten die sich die Christen erzählen, bringen sie ebenfalls in ein sehr inniges Verhältnis zu einem Gott, der keine anderen Götter neben sich duldet und auch Jahrhunderte keine anderen Gläubigen – und auch keine Hypnose :-(

Die Hypnose beginnt mit der Morgendämmerung der Menschheit, über das Werden und Wachsen der ersten großen Hochkulturen bis hinein ins erste vorchristliche Jahrtausend und dann verschwindet die Hypnose für eineinhalb Jahrtausende von der Oberfläche. Aufzeichnungen über Hypnose gibt es in fast allen geschichtlichen Dokumentationen dieser Zeiten. Allerdings gab es den Namen Hypnose noch nicht. Sie wurde verwendet für die Religion, die Zauberei, Heilungen und Hellsichtigkeiten.

Die Eckpfeiler der modernen Hypnose

Paracelsus Theophrast Bombast von Hohenheim

Die Wiedergeburt (sozusagen Reinkarnation) der Hypnose (allerdings noch namenlos) ist im 16. Jhd. n. Chr. auf den Sohn eines Villacher Arztes zurückzuführen, Theophrast Bombast von Hohenheim (1493 – 1541) besser bekannt als Paracelsus (der übrigens ein gewaltiger Vordenker war, dessen geistige Überlegenheit und Kapazität die Menschheit erst im 20sten Jahrhundert fähig war angemessen zu huldigen). Paracelsus nahm an, dass im menschlichen Organismus gewisse vitalisierende chemische Kräfte wirken. Er glaubte, dass diese Kräfte vom „Geist des Lebens“, dem „Archaeus“, gesteuert werden, und dass in der Atmosphäre eine andere Kraft, das „Chaos“, existiert. Er postulierte als Anhänger der Mikro-Makrokosmos-Ideen drei Seinszustände: die „Entia“ bestehend aus der seelischen, der materiellen und der göttlichen Sphäre. Er glaubte auch, dass es Krankheiten aufgrund von astralen Bedingungen gäbe. In der Volkssage ist Paracelsus bekannt als Scharlatan, als Erfinder von Lebenselixieren und als übersinnlicher Zauberer bekannt (Wen wundert’s bei dem Namen den es sich selbst gab).

Anastasius Kircher Magnetismus

 

Der 1602 in der Nähe von Fulda geborene Anastasius Kircher (1602 – 1680) war ein universalgelehrter und hat den Begriff „Magnetismus“ geprägt. Dieser Begriff wurde für Hypnose bis ins 19. Jhd. verwendet. Bis dahin spielten auch sehr viele abergläubische, philosophische und alchemistische Vorstellungen, sowie Zauberkraft eine große Rolle.

   

Theologe Franz Anton Mesmer

 

Der von 1734 – 1815 lebende Mediziner und Theologe Franz Anton Mesmer begründete aus dem Magnetismus den „Magnetismus Animalis“ der auch „Mesmerismus“ genannt wurde, und betrieb unter diesen Namen im eigentlichen Sinn Hypnosetherapie. Er verwendete bei seinen Versuchen Magnete, Eisenstangen und andere Gerätschaften, die jedoch später als unnotwendiges Beiwerk erkannt wurden. Es war eine Art Heilhypnose.

 

Erst der schottische Arzt James BraidJames Braid (1795 – 1860) legte den Grundstein zum Verständnis für Hypnose. Er entdeckte einen Zusammenhang zwischen dem Trancezustand und Suggestionen. Braid prägte zunächst den Begriff Neurypnology, den er später in seinem Buch zum Begriff Hypnose in Ableitung an das griechische Wort für Schlaf – „Hypnos“ – umwandelte, da für Braid Hypnose eine Art Schlaf war. Es gibt auch viele Behauptungen es wäre von „Hypnos“ dem griechischen Gott des Schlafes abgewandelt. Allerdings findet sich in den Originalen seiner Bücher keine einzige Erwähnung darüber.

 Griechischer Gott Hypnos

 

 

In der weiteren Folge haben sich in Frankreich zwei Hypnose Schulen gebildet, die sich in der Lehre von Hypnose bekämpften, in denen jedoch trotzdem die moderne Hypnosetherapie wurzelt:

Die Schule von Nancy:   

Ambroise-Auguste Liébeault

 

 

Gründer der Schule von Nancy – er wird von vielen als Vater der Hypnosetherapie bezeichnet – Ambroise-Auguste Liébeault (1823 – 1904) ein Mediziner,   

Psychiater Hippolyte Bernheim

 

 

und der Psychiater Hippolyte Bernheim (1837 – 1919), der die Wirkungen von Suggestionen genau untersuchte.

 

Die Schule von Paris:

Jean-Martin Charcot

 

 

Jean-Martin Charcot (1825 – 1893). Charcot ist auch der Urheber der Psychotherapie und ist somit auch ein Grundsteinleger der Hypnosetherapie oder Hypnotherapie.

 

 

Sigmund Freud

 Sigmund Freud (1856 – 1939) wohl der berühmteste „Kokser“ studierte seelische Erkrankungen ohne organischen Befund und deren Behandlungsversuche durch Suggestion und Hypnose bei Bernheim in Nancy und bei Charcot in Paris. Später wandte sich Freud von der Hypnose ab und erschuf die Psychoanalyse. Es gibt von den heutigen Hypnoseanhängern einige sehr halbgelehrte Anstellungen darüber, was Freud dazu bewegte sich von der Hypnose abzuwenden. Das geht von Aussagen, dass Freud wegen seines Mundgeruchs Probleme hätte Menschen zu hypnotisieren, bis hin dass die Ergebnisse zu phänomenal waren und Heilungen viel zu schnell für sein Verständnis waren, …

Diese Theorien kommen mir alle einfach laienhaft vor. Denn die Hypnose, wie auch die Allgemeine Medizin, steckte noch in den Kinderschuhen. Die damaligen Mediziner waren ja noch eher Kurpfuscher, als dass man sie als Wissenschaftler bezeichnen könnte (zumindest die Meisten). Ich würde mich vor solchen Hypnotherapeuten verstecken.
Freud kann auch als der Grundsteinleger des Aufdeckenden Verfahrens in der Hypnosetherapie angesehen werden. Möglicherweise ist das auch der Grund, warum sich Freud von der Hypnose in der damaligen Form abgewandt hat. Damals wurde ausschließlich mit „zuschüttenden“ Verfahren gearbeitet. Er arbeitete weiterhin mit Hypnose nannte aber seine Arbeit Psychoanalyse – das jetzt weiter zu explorieren wäre vielleicht für manche Leser etwas zu viel des Guten 😉

Im letzten Jahrhundert schossen extrem viele Wissenschaftler wie Pilze aus dem Boden, die zum Thema Hypnose Studien machten. In diesem Jahrhundert wurde die Hypnose zur Anwendung als Hypnosetherapie Salonfähig. Hypnosetherapie wird unter anderem erfolgreich eingesetzt in der Raucherentwöhnung, sowie auch zum Abnehmen. Wahrscheinlich gäbe es viele die in den vorigen hundert Jahren zu erwähnen wären, aber ich finde nur noch einen erwähnenswert, der meiner Meinung nach geschichtlich einen Quantensprung gemacht hat:

Psychiater und Hypnosetherapeut

 

Der Psychiater und Hypnosetherapeut Milton Erickson (1901 – 1980). Er explorierte an seien Patienten, wie man wirklich jeden Menschen hypnotisieren kann. Vorher war dies für alle Hypnotiseure unmöglich. Wahrscheinlich ist er der Experte des letzten Jahrhunderts in Sachen Hypnose und Hypnosetherapie

 

 

 Heute wird Hypnose neben der Showhypnose vor allen als Hypnosetherapie für allgemeine psychische Probleme wie Burnout, Depressionen, usw. wie auch bei Suchtproblemen, zB. Raucherentwöhnung durch Hypnose und auch zum Abnehmen eingesetzt.

 

 

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